Geschichte der Stadt Nortorf

Am 17. Juli 1909 wurde das neue Ortsstatut veröffentlicht und Nortorf war Stadt geworden. Schon wenige Monate später erhielt die junge Stadt ihr eigenes Stadtwappen. Bereits rechtzeitig zum Eintritt in das 20. Jahrhundert, im Sommer 1899, hatte die aufstrebende Gemeinde außerdem ihr erstes Rathaus erhalten. Vorher waren die Amtsgeschäfte in der Kirchspielvogtei und in den Wohnsitzen der amtierenden Bürgermeister erledigt worden. Zeitgleich entstanden zwei Lederfabriken, ein Sägewerk, eine Bierbrauerei und eine Fleischwarenfabrik. Mit Bahnanschluss, Dampfkraft und expandierendem Gewerbe begann Nortorf sich zu einem Industriestandort zu entwickeln.
Der erste Bürgermeister der jungen Stadt war Rudolf Beyer. Er hatte dieses Amt von 1908 bis 1931 inne. Für sein langjähriges verdienstvolles Wirken wurde er später zum Ehrenbürger der Stadt Nortorf ernannt. In seine Amtszeit fielen unter anderem der Bau der städtischen Gasanstalt (1909), der Volksschule (1911), die Einrichtung einer Mittelschule (1912) und die Inbetriebnahme der städtischen Stromversorgung (1924). Am 01. April 1938 wurde das Nachbardorf Thienbüttel eingemeindet, die dortige Schule wurde geschlossen

Bis 1806 lag das Postamt unter den Postmeistern Ritzius, Münster und Sturm am alten Pferdemarkt (Peermarkt) in dem späteren Harmschen Gasthaus am Ende der Poststraße, die wohl in dieser Zeit ihren Straßennamen bekam. Der alte Gasthof brannte im Oktober 1911 nieder – heute steht dort das Geschäftshaus der Firma Willy Kiel. 1842 werden die Fahrten der Postkutsche in eine Deligence (Eilpost) umgewandelt. Diese wurden mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie am 28. August 1845 eingestellt. Seit 1846 führt Nortorf einen Poststempel. 1871 wurde eine Telegraphenanstalt eingerichtet. Telegramme konnten nun auch in Nortorf auf besonderen Leitungen durch Morsebetrieb übermittelt werden. Bis 1881 ging ein Nortorfer Postbote über Schülp – Timmaspe – Krogaspe – Böken – Bünzen – Bargfeld – Homfeld – Bucken – Innien – Gnutz. Dann wurde in Innien eine Postagentur eingerichtet. Am 19. August 1899 wurde in Nortorf der Fernsprechverkehr mit zunächst 21 Teilnehmern eingerichtet. Bis zum Jahre 1953 stieg die Zahl auf 475 Teilnehmer an. 1903 erhält Nortorf eine öffentliche Fernsprechstelle (Telefonzelle).

Quellen: Amt Nortorfer Land , Wikipedia